Geschichte der FF Braak-Klenzau.

Gründung der Feuerwehr Braak-Klenzau-Groß Meinsdorf.

Die Feuerordnungen für das Fürstentum Lübeck aus den Jahren 1724, 1728 und 1779 galten zwar für Stadt und Land, sie waren jedoch in den Dörfern in der Praxis kaum anzuwenden. In Eutin war die Benutzung der fahrbaren Spritzen so geregelt, dass sie auch bei Bränden auf dem Land eingesetzt werden konnten. In der Praxis kamen sie meistens jedoch in den Dörfern der Umgebung von Eutin zu spät. Bei einer Feuersbrunst sollten die Bauernvögte einen Boten mit Pferd in die Stadt schicken, um die Spritze zu alarmieren. Währenddessen waren die Dorfbewohner verpflichtet, mit allen verfügbaren Mitteln das Feuer zu bekämpfen. Diese Selbsthilfe durch Nachbarn führte in vielen Fällen zu gelungenen Einsätzen. Häufig aber brachte die aus der Stadt erwartete Spritze keine Hilfe. Als die Eutiner Spritze erneut bei einem Großfeuer im Jahre 1848 in Groß Meinsdorf zu spät kam, war der Unmut so groß, dass man sich auf sich selbst besann. Die Dörfer Groß Meinsdorf, Braak und Klenzau schlossen sich zusammen, um aus eigenen Mitteln eine Feuerspritze zu kaufen.
Das Protokoll der Gründungsversammlung vom 23.Dezember 1848,
beschlossen in der Braaker Mühle,weist nachstehend wie folgt aus:
Nachdem wegen Anschaffung einer Feuerspritze für die beiden Dörfer Braak und Meinsdorf die Bewohner der beiden Dörfer
bereits einige Vorberatungen unter sich gehalten und die Mehrzahl derselben die Anschaffung nicht allein für zweckmäßig
sondern notwendig erkannt, war zu heute hieselbst eine Versammlung der Hausbesitzer beider Dörfer angestellt,
um in dieser Angelegenheit einen definitiven Beschluss zu fassen, zu dessen Ende die Versammelten den Unterzeichneten
zur Führung des Protokolls eingeladen und er sich bereitwillig eingefunden. Zur Ermittlung der Ansicht Einzelner in dieser
Hinsicht wurde es für notwendig gefunden, die Hausbesitzer der beiden Dörfer namentlich genau aufzuführen.

Derselben sind in Braak
in Groß Meinsdorf
Bauernvogt Sach
Hufner Kasch
Hufner Olandt
Hufner Christian Braasch
Hufner Johann Braasch
Hufner Stölting
Hufner Lembcke
Hufner Behrens
Achtelhufner Struve
Eigenkätner Joch. Braasch
Eigenkätner Knaack
Eigenkätner Struve
Müller Witt zur Braaker Mühle





Bauernvogt Jäger
Hufenpächter Rosborg für die Lamprecht´sche Hufe
Hufner Drückhammer
Hufner Bähnck
Hufner Jürgens
Hufner Kuhrt
Hufner Dierck
Hufner Haß
Hufner Schmidt
Halbhufner Schröder
Eigenkätner Haß
Eigenkätner Kirchmann
Eigenkätner Schumacher
Eigenkätner Bähnck
Eigenkätner Doose


Von Vorgenannten haben sich hieselbst eingefunden
aus Braak:
Bauernvogt Sach, Hufner Kasch, Olandt, Christian Braasch,
Joh. Braasch für sich und in Auftrag des Hufners Behrens,
Stölting für sich und in Auftrag des Hufners Knaack,
Müller Witt zur Braaker Mühle,
Hufner Lembcke ließ erklären, dass er sich mit dem heutigen Beschluß zufrieden erklärte.
Aus Meinsdorf anwesend:
Bauernvogt Jäger, Hufenpächter Rosborg für sich und für
Schumacher. Hufner Drückhammer für sich und Eigenkätner
Kirchmann und Hufner Bähnck, Dierck, Haß für sich und
seinen Sohn, Eigenkätner Haß, Hufner Schmidt, Eigenkätner
Bähnck und Hufner Kuhrt.

Die Anwesenden erklärten für sich und die Eremittanten einstimmig,
dass sie für die beiden Dörfer Braak und Meinsdorf eine Feuerspritze und zwar
eine große auf Kosten der Hausbewohner derselben anschaffen wollten und
erkannten den für die Stellung der Spritze am besten und geeignetsten Platz
auf der Katenhofstelle des Müllers Witt auf der Braakermühle, da derselbe in der
Mitte beider Ortschaften liege. Die Anschaffung der Spritze und den Bau des Locals zu
Braakermühle soll auf gemeinschaftliche Kosten der Hausbesitzer beider Dörfer geschehen,
und die Repartition der Kosten nach Hufenzahl geschehen und zwar so,
dass der Halbhufner die Hälfte des Beitrags der Vollhufner beträgt
und 12 Eigenkätner auf dieHufe zu rechnen. Dabei wird ausdrücklich bemerkt,
dass der Müller Witt als Halbhufner zu den Kosten beiträgt, dagegen sich erbietet,
zur Beförderung des gemeinnützigen, wohltätigen Werks zu den Kosten der Spritze 50 Mark
aus eigenen Mitteln zu schenken. Zur Deckung der Kosten wollen beide Dörfer eine Anleihe machen
und sollen die Zinsen nach obigem Prinzip aufgebracht werden. Der Müller Witt erbietet sich,
den Communen diese Anleihe zu machen und diese in 5 Jahren von Neujahr 1849 angerechnet nicht zu kündigen,
dagegen soll es den beiden Communen frei stehen, innerhalb dieser Frist, jedoch ein halbes Jahr vorher, zu kündigen.
Zum Ankauf der Spritze und Anordnung der Leitung des Spritzenhausbaues sind gewählt worden:
der Müller zur Braaker Mühle,
der Hufner Olandt, Braak,
der Hufner Kuhrt und
der Rademacher Bähnck, beide aus Meinsdorf

Das Reglement für das anzuordnende Corps der Spritzenleute und über die Anordnungen des Gebrauchs der Spritze
und der Einrichtung des ganzen Spritzenwesens soll später besprochen und fertiggestellt werden.
Die Anwesenden gaben sich der sicheren Hoffnung hin, dass die anwesenden Beteiligten den
vorstehenden Beschlüssen bereitwillig sich anschließen. Da für jetzt nichts weiter zu beraten war,
so ist dieses Protokoll geschlossen und von den Anwesenden unterschrieben.

Braakermühle, den 23.Dezember 1848


J.H.Sach C.H.Kasch J.D.Olandt C.Braasch W.K.Stölting J.Braasch H.H.Witt J.C.Jäger F.A.Rosborg C.Drückhammer C.D.Schmidt C.Haß J.Dierck F.Bähnck Peter Hopp als Protokollführer